„Stimme für säkulare Freiheit” – Yahya Ekhou wird Palm-Preisträger 2026

Der 13. Johann-Philipp-Palm-Preis für Meinungs- und Pressefreiheit geht an Yahya Ekhou aus Mauretanien und Natalja Kljutscharjowa aus Russland. Beide erhalten jeweils 10.000 Euro Preisgeld. Im Namen der säkularen Verbände Deutschlands gratulieren wir insbesondere unserem Freund und Kollegen Yahya Ekhou. Er ist Vorsitzender der Säkularen Flüchtlingshilfe Deutschland e.V., die Mitglied im Zentralrat der Konfessionsfreien ist. Der Palm-Preis wird ihm im November 2026 als „Stimme für säkulare Freiheit” verliehen. 

Philipp Möller sagt: „Die Säkulare Flüchtlingshilfe ist ein wichtiges Mitglied in unserem Zentralrat. Yahya ist die Stimme jener Menschen, die vor dem Islamismus in ihrer Heimat geflohen sind, aber in deutschen Flüchtlingsheimen wieder mit Islamisten allein gelassen werden. Yahyas Arbeit deckt diesen blinden Fleck der deutschen Migrationspolitik auf – umso erfreulicher, dass er mit dem Palm-Preis nun eine ganz besondere Würdigung erfährt.”

Der Preis geht zurück auf den Namensgeber der Stiftung, den Buchhändler Johann-Philipp-Palm und sein „Festhalten am Grundrecht auf freie Meinungsäußerung und sein Glaube an die Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit”. Er „würdigt Persönlichkeiten, die sich unter schwierigen oder gefährlichen Bedingungen für die Freiheit des Wortes einsetzen” – all das trifft auf Yahya Ekhou zu.

Yahya Ekhou, Foto: Maria Saber
(c) palm-stiftung.de

Die Palm-Stiftung schreibt über ihn:

„Yahya Ekhou steht für jene Menschen, die aus ihren Herkunftsländern fliehen mussten, weil sie eine säkulare Lebensweise und das freie Denken verteidigen. Sein Wirken in Deutschland – als Stimme gegen religiös begründete Repression, gegen die Kriminalisierung von Apostasie und Blasphemie sowie für den Schutz säkularer und ex-muslimischer Geflüchteter – macht deutlich, dass die Auseinandersetzung mit politischem Islam keine abstrakte Frage ist, sondern den gesellschaftlichen Alltag in Deutschland unmittelbar berührt.

Der 1990 geborene mauretanische Autor und Jurist wuchs in einer sunnitisch-muslimisch geprägten Stammesgesellschaft auf. Als zukünftiger Stammesführer vorgesehen, durfte er zum Studium nach Ägypten – und erlebte dort eine intellektuelle Aufklärung. „Ihm wurde gesagt, dass alle Nicht-Muslime böse Menschen seien. Und dann waren da plötzlich Menschen nett zu ihm, die gar keine Muslime waren“, schildert Palm. Zurück in Mauretanien gründete Ekhou das „Network of Liberals in Mauritania“ und setzte sich für säkulare Reformen und Religionsfreiheit ein. Er wurde verfolgt, inhaftiert, mit einer Fatwa belegt und seiner Staatsbürgerschaft beraubt. 2018 floh er nach Deutschland.

Auch hier blieb er nicht unbehelligt: In Asylunterkünften wurde er bedroht, weil er offen äußerte, nicht mehr zu glauben. „Es gibt Sachverhalte, die man nicht frei sagen kann, auch wenn es rechtlich vorgesehen ist“, so Palm. Heute ist Ekhou Vorsitzender der Säkularen Flüchtlingshilfe Deutschland und Gründungsmitglied des Arbeitskreises Politischer Islam. Als Autor – zuletzt „Stimmen aus der Stille“ (akono Verlag, 2025) – macht er Islamisierungstendenzen und die Lage säkularer Geflüchteter sichtbar. Palm fasst es klar zusammen: 

„Zu einer freiheitlichen Demokratie gehört, dass ebenso die Freiheit, an nichts zu glauben, respektiert wird. Unser Grundgesetz steht über religiösen Gesetzen.“


Die Preisverleihung findet am 29. November 2026 in der Barbara-Künkelin-Halle in Schorndorf statt. 

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