Podiumsdiskussion am 10. November 2026 in München:
Gemeinsam Ethik oder getrennt Religion?
Debatte zur Bekenntnisfreien Schule in Bayern
Einladung an Eltern, Schüler*innen, Lehrkräfte und Interessierte zur Diskussion mit Politik und Fachleuten
Auch in diesem Schuljahr standen Eltern in Bayern wieder vor der Frage, ob ihr Kind den gemeinsamen Ethikunterricht oder den getrennten Religionsunterricht besuchen soll. Immer öfter fällt die Wahl auf Ethik, weshalb die Gruppen für den kirchlichen Bekenntnisunterricht oft zu klein sind und inzwischen mehr als 40.000 Kinder „RUmeK” besuchen – also katholisch und evangelisch gemischt. „Islamischer Unterricht” hingegen findet in Verantwortung des Freistaats Bayern statt und vermittelt keine Bekenntnisse, sondern Erkenntnisse. Anhand dieser Entwicklungen wollen wir diskutieren, wie schulische Wertebildung in Bayern zukunftsfest gestaltet werden kann: durch Weiterentwicklung der bestehenden Modelle oder durch „bekenntnisfreie Schulen”, die das Grundgesetz in Artikel 7 Absatz 3 ermöglicht?
Der Experte für Integration und Extremismus, Ahmad Mansour, bezeichnet den getrennten Religionsunterricht in seinem SPIEGEL-Bestseller Generation Allah als „fatal – was für ein Bild bekommen die Gruppen voneinander? Eben: Die anderen sind anders.” Die amtierende Kultusministerin Anna Stolz (FW) hingegen betont den Wert des getrennten Bekenntnisunterrichts zur „Vermittlung des christlichen Wertefundaments“. BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann plädiert in dieser Frage für einen behutsamen, kirchlich eingebundenen Weg.
Der Zentralrat der Konfessionsfreien schlägt eine Änderung der Landesschulgesetze vor, so dass jede staatliche Schule per Gremium entscheiden kann, eine „bekenntnisfreie Schule” zu werden. Dort wird Reli zum freiwilligen Zusatzfach, und im Ethikunterricht sprechen alle Kinder gemeinsam über die kleinen und großen, philosophischen und religiösen Fragen des Lebens – miteinander reden, statt übereinander. Wir fragen daher:
Taugt die „bekenntnisfreie Schule” für den Freistaat Bayern?
Wann? 10. November 2026 – 18 Uhr
Wo? Einstein Kultur, Einsteinstraße 34 in 81675 München (Maps)
Auf dem Podium:
- Ahmad Mansour, MIND Prevention gGmbH
- Anna Stolz, Freie Wähler – angefragt – Bayerische Staatsministerin für Unterricht und Kultur
- Matthias Fischbach, Vorsitzender der FDP Bayern
- Michael Lang, Fachgruppenleiter Ethik des Bayerischen Philologenverbandes BPV
- Simone Fleischmann, Präsidentin des Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes BLLV
Programm
18:00 Uhr: Begrüßung durch die Veranstalter und die Moderation
18:10 Uhr: Impulsvorträge von Anna Stolz (angefragt) und Ahmad Mansour
18:30 Uhr: moderierte Podiumsdiskussion und Fragen aus dem Publikum
20:00 Uhr: Ausklang bei Getränken
Der Experte für Integration und Extremismus, Ahmad Mansour, bezeichnet den getrennten Unterricht in seinem SPIEGEL-Bestseller „Generation Allah” als „fatal – was für ein Bild bekommen die Gruppen voneinander? Eben: Die anderen sind anders.” Laut Kultusministerium hingegen soll der konfessionell getrennte Religionsunterricht der Regelfall bleiben. Ministerin Stolz betont den Wert religiöser Bildung zur „Vermittlung des christlichen Wertefundaments“.
Der Zentralrat der Konfessionsfreien und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sprechen sich für die „bekenntnisfreie Schule” aus, die im Grundgesetz (Art. 7 Abs. 3) explizit vorgesehen ist – ausführliche Informationen in Konfessionsfrei Kompakt Nr. 4. Mit einer Anpassung des Bayerischen Schulgesetzes könnte sich jede staatliche Schule für diesen Weg entscheiden. An bekenntnisfreien Schulen besuchen alle Kinder gemeinsam den Ethikunterricht und beschäftigen sich dort mit den kleinen und großen Fragen des Lebens – philosophische ebenso wie religiöse. Der getrennte Religionsunterricht kann dann ein freiwilliges Zusatzangebot sein, dessen Noten nicht über die Versetzung der Kinder entscheiden.