Zum ersten Mal in Deutschland: Mehr Konfessionsfreie als Kirchenmitglieder!

Es hat sich lange abgezeichnet, nun ist es soweit: Erstmals in der Geschichte Deutschlands gibt es mehr Konfessionsfreie als Kirchenmitglieder! Nachdem die Kirchen im Jahr 2024 rund 1,1 Millionen Mitglieder verloren haben, hat Carsten Frerk, Leiter der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland (fowid), nun die folgenden Zahlen parat:

Die derzeitige Religionspolitik ignoriert die Interessen der größten Bevölkerungsgruppe Deutschlands – und die absoluten Mehrheiten für säkulare Politik, zu denen auch Kirchenmitglieder zählen. Wir brauchen jetzt eine Zeitenwende in der Religionspolitik!

– Philipp Möller, Vorsitzender des Zentralrats der Konfessionsfreien

Die formelle Religionszugehörigkeit ist ein wichtiger Indikator für die Interessen der Bevölkerung. Noch wichtiger aber sind die Haltungen der Menschen zur politischen und gesellschaftlichen Rolle der Religion – hier zeigt sich das säkulare Gesamtbild noch deutlicher:

  • 56% der Deutschen sind „uneingeschränkt nicht religiös“, weitere 25% sind „religiös distanziert“ und nur noch 13% der Deutschen bezeichnen sich als religiös (EKD)
  • 77% bewerten den Lebensbereich Kirche als „unwichtig” (ALLBUS)
  • 75% wollen die Kirchensteuer abschaffen (YouGov)
  • 83% sind für die Entkriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs (Ipsos)
  • 72% sind für einen gemeinsamen Ethikunterricht statt getrenntem „Reli” (GfK)

An den neuen Bundestag haben wir im Februar 2025 „Fünf Impulse für eine religionspolitische Zeitenwende” gesendet:

  1. Modernisierung der Religionspolitik
  2. Auflösung der Deutschen Islamkonferenz (DIK)
  3. Bekenntnisfreie Schulen ermöglichen und stärken
  4. Kein religiöses Sonderarbeitsrecht
  5. Fiskalische Entlastung in Milliardenhöhe

Da Konfessionsfreie nun auch ganz formell die größte Gruppe in Deutschland sind, können wir unsere Forderungen jetzt auf ein noch stabileres Fundament stellen. Und wenn kein Wunder geschieht, werden Konfessionsfreie schon in wenigen Jahren sogar die absolute Mehrheit der Deutschen darstellen – diese Entwicklung legt die Grafik der Giordano-Bruno-Stiftung nahe:

Philipp Möller begrüßt diese Entwicklung:

Wir freuen uns über diese guten Nachrichten und setzen unsere Lobbyarbeit für den säkularen Staat mit einer guten Schippe mehr Rückhalt aus der Bevölkerung fort, denn: 

Wir vertreten nicht in erster Linie Personen oder Organisationen, sondern Positionen – säkulare Positionen, die von absoluten Mehrheiten der Personen in Deutschland geteilt werden. Dass der Wille der Bevölkerung so eklatant ignoriert wird, zerstört Vertrauen in die Politik. Damit muss Schluss sein!